Johann Wolfgang von Goethe Faust Ein Fragment

Johann Wolfgang Von Goethe Faust Ein Fragment-Free PDF

  • Date:23 Nov 2020
  • Views:9
  • Downloads:1
  • Pages:110
  • Size:258.68 KB

Share Pdf : Johann Wolfgang Von Goethe Faust Ein Fragment

Download and Preview : Johann Wolfgang Von Goethe Faust Ein Fragment


Report CopyRight/DMCA Form For : Johann Wolfgang Von Goethe Faust Ein Fragment


Transcription:

Es m chte kein Hund so l nger leben,Drum hab ich mich der Magie ergeben. Ob mir durch Geistes Kraft und Mund,Nicht manch Geheimni w rde kund. Da ich nicht mehr mit saurem Schwei,Zu sagen brauche was ich nicht wei. Da ich erkenne was die Welt,Im Innersten zusammen h lt. Schau alle Wirkenskraft und Samen,Und thu nicht mehr in Worten kramen.
O s h st du voller Mondenschein,Zum letztenmal auf meine Pein. Den ich so manche Mitternacht,An diesem Pult herangewacht. Dann ber B cher und Papier,Tr bsel ger Freund erschienst du mir. Ach k nnt ich doch auf Berges H h n,In deinem lieben Lichte gehn. Um Bergesh hle mit Geistern schweben,Auf Wiesen in deinem D mmer weben.
Von allem Wissensqualm entladen,In deinem Thau gesund mich baden. Weh steck ich in dem Kerker noch,Verfluchtes dumpfes Mauerloch. Wo selbst das liebe Himmelslicht,Tr b durch gemahlte Scheiben bricht. Beschr nkt von diesem B cherhauf,Den W rme nagen Staub bedeckt. Den bis an s hohe Gew lb hinauf,Ein angeraucht Papier umsteckt.
Mit Gl sern B chsen rings umstellt,Mit Instrumenten vollgepfropft. Urv ter Hausrath drein gestopft,Das ist deine Welt Das hei t eine Welt. Und fragst du noch warum dein Herz,Sich bang in deinem Busen klemmt. Warum ein unerkl rter Schmerz,Dir alle Lebensregung hemmt. Statt der lebendigen Natur,Da Gott die Menschen schuf hinein.
Umgibt in Rauch und Moder nur,Dich Thiergeripp und Todtenbein. Flieh auf hinaus in s weite Land,Und die geheimni volle Buch. Von Nostradamus eigner Hand,Ist dir es nicht Geleit genug. Erkennest dann der Sterne Lauf,Und wenn Natur dich unterweis t. Dann geht die Seelenkraft dir auf,Wie spricht ein Geist zum andern Geist.
Umsonst da trocknes Sinnen hier,Die heil gen Zeichen dir erkl rt. Ihr schwebt ihr Geister neben mir,Antwortet mir wenn ihr mich h rt. Er schl gt das Buch auf und erblickt das Zeichen des Makrokosmus. Ha welche Wonne flie t in diesem Blick,Auf einmal mir durch alle meine Sinnen. Ich f hle junges heil ges Lebensgl ck,Neugl hend mir durch Nerv und Adern rinnen. War es ein Gott der diese Zeichen schrieb,Die mir das innre Toben stillen.
Das arme Herz mit Freude f llen,Und mit geheimni vollem Trieb. Die Kr fte der Natur rings um mich her enth llen,Bin ich ein Gott Mir wird so licht. Ich schau in diesen reinen Z gen,Die wirkende Natur vor meiner Seele liegen. Jetzt erst erkenn ich was der Weise spricht,Die Geisterwelt ist nicht verschlossen. Dein Sinn ist zu dein Herz ist todt,Auf bade Sch ler unverdrossen.
Die ird sche Brust im Morgenroth,Er beschaut das Zeichen. Wie alles sich zum Ganzen webt,Eins in dem andern wirkt und lebt. Wie Himmelskr fte auf und nieder steigen,Und sich die goldnen Eimer reichen. Mit segenduftenden Schwingen,Vom Himmel durch die Erde dringen. Harmonisch all das All durchklingen,Welch Schauspiel aber ach ein Schauspiel nur.
Wo fass ich dich unendliche Natur,Euch Br ste wo Ihr Quellen alles Lebens. An denen Himmel und Erde h ngt,Dahin die welke Brust sich dr ngt. Ihr quellt ihr tr nkt und schmacht ich so vergebens. Er schl gt unwillig das Buch um und erblickt das Zeichen des Erdgeistes. Wie anders wirkt die Zeichen auf mich ein,Du Geist der Erde bist mir n her. Schon f hl ich meine Kr fte h her,Schon gl h ich wie von neuem Wein. Ich f hle Muth mich in die Welt zu wagen,Der Erde Weh der Erde Gl ck zu tragen.
Mit St rmen mich herumzuschlagen,Und in des Schiffbruchs Knirschen nicht zu zagen. Es w lkt sich ber mir,Der Mond verbirgt sein Licht. Die Lampe schwindet,Es dampft Es zucken rothe Strahlen. Mir um das Haupt Es weht,Ein Schauer vom Gew lb herab. Und fa t mich an,Ich f hl s du schwebst um mich erflehter Geist.
Enth lle dich,Ha wie s in meinem Herzen rei t,Zu neuen Gef hlen. All meine Sinnen sich erw hlen,Ich f hle ganz mein Herz dir hingegeben. Du mu t du mu t und kostet es mein Leben, Er fa t das Buch und spricht das Zeichen des Geistes geheimni voll aus Es. zuckt eine r thliche Flamme der Geist erscheint in der Flamme. Wer ruft mir,FAUST abgewendet,Schreckliches Gesicht. Du hast mich m chtig angezogen,An meiner Sph re lang gesogen.
Weh ich ertrag dich nicht,Du flehst erathmend mich zu schauen. Meine Stimme zu h ren mein Antlitz zu sehn,Mich neigt dein m chtig Seelenflehn. Da bin ich Welch erb rmlich Grauen,Fa t bermenschen dich Wo ist der Seele Ruf. Wo ist die Brust die eine Welt in sich erschuf,Und trug und hegte Die mit Freudebeben. Erschwoll sich uns den Geistern gleich zu heben,Wo bist du Faust de Stimme mir erklang.
Der sich an mich mit allen Kr ften drang,Bist du es der von meinem Hauch umwittert. In allen Lebenstiefen zittert,Ein furchtsam weggekr mmter Wurm. Soll ich dir Flammenbildung weichen,Ich bin s bin Faust bin deines gleichen. In Lebensfluthen im Thatensturm,Wall ich auf und ab. Webe hin und her,Geburt und Grab,Ein ewiges Meer,Ein wechselnd Weben.
Ein gl hend Leben,So schaff ich am sausenden Webstuhl der Zeit. Und wirke der Gottheit lebendiges Kleid,Der du die weite Welt umschweifst. Gesch ftiger Geist wie nah f hl ich mich dir,Du gleichst dem Geist den du begreifst. Verschwindet,FAUST zusammenst rzend,Ich Ebenbild der Gottheit. Und nicht einmal dir Es klopft,O Tod ich kenn s das ist mein Famulus.
Es wird mein sch nstes Gl ck zu nichte,Da diese F lle der Gesichte. Der trockne Schleicher st ren mu, WAGNER im Schlafrocke und der Nachtm tze eine Lampe in der Hand FAUST wendet. sich unwillig,Verzeiht ich h r euch declamiren,Ihr las t gewi ein Griechisch Trauerspiel. In dieser Kunst m cht ich was profitiren,Denn heut zu Tage wirkt das viel. Ich hab es fters r hmen h ren,Ein Komm diant k nnt einen Pfarrer lehren.
Ja wenn der Pfarrer ein Komm diant ist,Wie das denn wohl zu Zeiten kommen mag. Ach wenn man so in sein Museum gebannt ist,Und sieht die Welt kaum einen Feyertag. Kaum durch ein Fernglas nur von weiten,Wie soll man sie durch berredung leiten. Wenn ihr s nicht f hlt ihr werdet s nicht erjagen,Wenn es nicht aus der Seele dringt. Und mit urkr ftigem Behagen,Die Herzen aller H rer zwingt.
Sitzt ihr nur immer leimt zusammen,Braut ein Ragout von andrer Schmaus. Und blas t die k mmerlichen Flammen,Aus eurem Aschenh ufchen aus. Bewund rung von Kindern und Affen,Wenn euch darnach der Gaumen steht. Doch werdet ihr nie Herz zu Herzen schaffen,Wenn es euch nicht von Herzen geht. Allein der Vortrag macht des Redners Gl ck,Ich f hl es wohl noch bin ich weit zur ck.
Such Er den redlichen Gewinn,Sey Er kein schellenlauter Thor. Es tr gt Verstand und rechter Sinn,Mit wenig Kunst sich selber vor. Und wenn s euch Ernst ist was zu sagen,Ist s n thig Worten nachzujagen. Ja eure Reden die so blinkend sind,In denen ihr der Menschheit Schnitzel kr uselt. Sind unerquicklich wie der Nebelwind,Der herbstlich durch die d rren Bl tter s uselt.
Ach Gott die Kunst ist lang,Und kurz ist unser Leben. Mir wird bey meinem kritischen Bestreben,Doch oft um Kopf und Busen bang. Wie schwer sind nicht die Mittel zu erwerben,Durch die man zu den Quellen steigt. Und eh man nur den halben Weg erreicht,Mu wohl ein armer Teufel sterben. Das Pergament ist das der heil ge Bronnen,Woraus ein Trunk den Durst auf ewig stillt.
Erquickung hast du nicht gewonnen,Wenn sie dir nicht aus eigner Seele quillt. Verzeiht es ist ein gro Ergetzen,Sich in den Geist der Zeiten zu versetzen. Zu schauen wie vor uns ein weiser Mann gedacht, Und wie wir s dann zuletzt so herrlich weit gebracht. O ja bis an die Sterne weit,Mein Freund die Zeiten der Vergangenheit. Sind uns ein Buch mit sieben Siegeln,Was ihr den Geist der Zeiten hei t.
Das ist im Grund der Herren eigner Geist,In dem die Zeiten sich bespiegeln. Da ist s denn wahrlich oft ein Jammer,Man l uft euch bey dem ersten Blick davon. Ein Kehrichtfa und eine Rumpelkammer,Und h chstens eine Haupt und Staatsaction. Mit trefflichen pragmatischen Maximen,Wie sie den Puppen wohl im Munde ziemen. Allein die Welt des Menschen Herz und Geist,M cht jeglicher doch was davon erkennen.
Ja was man so erkennen hei t,Wer darf das Kind bey m rechten Nahmen nennen. Die wenigen die was davon erkannt,Die th richt g nug ihr volles Herz nicht wahrten. Dem P bel ihr Gef hl ihr Schauen offenbarten,Hat man von je gekreuzigt und verbrannt. Ich bitt euch Freund es ist tief in der Nacht,Wir m ssen s die mal unterbrechen. Ich h tte gern bis morgen fr h gewacht,Um so gelehrt mit euch mich zu besprechen Ab.
Wie nur dem Kopf nicht alle Hoffnung schwindet,Der immerfort an schalem Zeuge klebt. Mit gier ger Hand nach Sch tzen gr bt,Und froh ist wenn er Regenw rmer findet. FAUST MEPHISTOPHELES,Und was der ganzen Menschheit zugetheilt ist. Will ich in meinem innern Selbst genie en,Mit meinem Geist das H chst und Tiefste greifen. Ihr Wohl und Weh auf meinen Busen h ufen, Und so mein eigen Selbst zu ihrem Selbst erweitern.
Und wie sie selbst am End auch ich zerscheitern,MEPHISTOPHELES. O glaube mir der manche tausend Jahre,An dieser harten Speise kaut. Da in der Wieg und auf der Bahre,Kein Mensch den alten Sauerteig verdaut. Glaub unser einem dieses Ganze,Ist nur f r einen Gott gemacht. Er findet sich in einem ew gen Glanze,Uns hat er in die Finsterni gebracht.
Und euch taugt einzig Tag und Nacht,Allein ich will. MEPHISTOPHELES,Das l t sich h ren,Doch nur vor Einem ist mir bang. Die Zeit ist kurz die Kunst ist lang,Ich d cht ihr lie et euch belehren. Associirt euch mit einem Poeten,La t den Herrn in Gedanken schweifen. Und alle edlen Qualit ten,Auf euren Ehren Scheitel h ufen.
Des L wen Muth,Des Hirsches Schnelligkeit,Des Itali ners feurig Blut. Des Norden Dau rbarkeit,La t ihn euch das Geheimni finden. Gro muth und Arglist zu verbinden,Und euch mit warmen Jugendtrieben. Nach einem Plane zu verlieben,M chte selbst solch einen Herren kennen. W rd ihn Herrn Mikrokosmus nennen,Was bin ich denn wenn es nicht m glich ist.
Der Menschheit Krone zu erringen,Nach der sich alle Sinne dringen. MEPHISTOPHELES,Du bist am Ende was du bist,Setz dir Per cken auf von Millionen Locken. Setz deinen Fu auf ellenhohe Sokken,Du bleibst doch immer was du bist. Ich f hl s vergebens hab ich alle Sch tze,Des Menschengeists auf mich herbeygerafft. Und wenn ich mich am Ende niedersetze,Quillt innerlich doch keine neue Kraft.
Ich bin nicht um ein Haar breit h her,Bin dem Unendlichen nicht n her. MEPHISTOPHELES,Mein guter Herr ihr seht die Sachen. Wie man die Sachen eben sieht,Wir m ssen das gescheidter machen. Eh uns des Lebens Freude flieht,Was Henker freylich H nd und F e. Und Kopf und H die sind dein,Doch alles was ich frisch genie e.
Ist das drum weniger mein,Wenn ich sechs Hengste zahlen kann. Sind ihre Kr fte nicht die meine,Ich renne zu und bin ein rechter Mann. Als h tt ich vier und zwanzig Beine,Drum frisch la alles Sinnen seyn. Und g rad mit in die Welt hinein,Ich sag es dir ein Kerl der speculirt. Ist wie ein Thier auf einer Heide,Von einem b sen Geist im Kreis herum gef hrt.
Und rings umher liegt sch ne gr ne Weide,Wie fangen wir das an. MEPHISTOPHELES,Wir gehen eben fort,Was ist das f r ein Marterort. Was hei t das f r ein Leben f hren,Sich und die Jungens enn yiren. La du das dem Herrn Nachbar Wanst,Was willst du dich das Stroh zu dreschen plagen. Das beste was du wissen kannst,Darfst du den Buben doch nicht sagen.
Gleich h r ich einen auf dem Gange,Mir ist s nicht m glich ihn zu sehn. MEPHISTOPHELES,Der arme Knabe wartet lange,Der darf nicht ungetr stet gehn. Komm gib mir deinen Rock und M tze,Die Maske mu mir k stlich stehn. Er kleidet sich um,Nun berla es meinem Witze,Ich brauche nur ein Viertelst ndchen Zeit. Indessen mache dich zur sch nen Fahrt bereit,MEPHISTOPHELES in Fausts langem Kleide.
Verachte nur Vernunft und Wissenschaft,Des Menschen allerh chste Kraft. La nur in Blend und Zauberwerken,Dich von dem L gengeist best rken. So hab ich dich schon unbedingt,Ihm hat das Schicksal einen Geist gegeben. Der ungeb ndigt immer vorw rts dringt,Und dessen bereiltes Streben. Der Erde Freuden berspringt,Den schlepp ich durch das wilde Leben.
Durch flache Unbedeutenheit,Er soll mir zappeln starren kleben. Und seiner Uners ttlichkeit,Soll Speis und Trank vor gier gen Lippen schweben. Er wird Erquickung sich umsonst erflehn,Und h tt er sich auch nicht dem Teufel bergeben. Er m te doch zu Grunde gehn,Ein SCH LER tritt auf,Ich bin allhier erst kurze Zeit. Und komme voll Ergebenheit,Einen Mann zu sprechen und zu kennen.
Den alle mir mit Ehrfucht nennen,MEPHISTOPHELES,Eure H flichkeit erfreut mich sehr. Ihr seht einen Mann wie andre mehr,Habt ihr euch sonst schon umgethan. Ich bitt euch nehmt euch meiner an,Ich komme mit allem guten Muth. Leidlichem Geld und frischem Blut,Meine Mutter wollte mich kaum entfernen. M chte gern was rechts hierau en lernen,MEPHISTOPHELES.
Da seyd ihr eben recht am Ort,Aufrichtig m chte schon wieder fort. In diesen Mauern diesen Hallen,Will es mir keineswegs gefallen. Johann Wolfgang von Goethe Faust Ein Fragment NACHT In einem hochgew lbten engen gothischen Zimmer FAUST unruhig auf seinem Sessel am Pulte FAUST Habe nun ach Philosophie Juristerey und Medicin Und leider auch Theologie Durchaus studirt mit hei em Bem hn Da steh ich nun ich armer Thor Und bin so klug als wie zuvor Hei e Magister hei e Doctor gar Und ziehe schon an die

Related Books